
morning glory!
01.07.10
Aufhören!
Nach der Rot-grünen und der Schwarz-roten schreiben Spiegel&Co nun auch die Schwarz-gelbe Koalition an die Wand. Da bleibt bald wohl nur noch, selbst die Macht zu übernehmen?
19.02.10
Rezensenten Roadkill? Müssen sich nach den Hauptstadt-Alphas und den Börsenjublern auch die Literaturkritiker in den Stift stürzen? Mehr dazu in MagDA, unserem anregenden, kostenneutralen, unbedingt lesenswerten Magazin der Autoren, wo Sie u.a. erfahren, was 1. so symptomatisch am geilen Jubel der Kritiker ist und uns 2. in den kommenden sieben Jahren droht.
Auch letzte tapfere Recken des Feuilletons tragen zur Aufklärung bei: Thorsten Schmitz nähert sich in der "Süddeutschen" klug und bedrückt der eigentlichen Inspirationsquelle. Alldieweil Willi Winkler dortselbst trefflich über "eine andere Form von Kindsmissbrauch" sinniert.
Nachtrag, 19.2.
Das Branchen-pdf visdp begeht den ultimativen Roadkill, befragt zum Schaffen Hegemanns den Fälschungsexperten Tom Kummer:
Herr Kummer, hat Helene Hegemann etwas Falsches getan?
Nein.
Da muss Satire abdanken. Das kann sie nicht leisten. Dazu verlost visdp – "pünktlich zu Helmut Kohls rundem Geburtstag" – das neue Opus von Mainhardt Graf Nayhauß: "Meine Jahre mit dem Kanzler".
14.12.09
Warum eigentlich haben wir keine TV-Journalisten mit so viel Wumms?:
28.11.09
Schwafelalarm in der Hauptstadt. Der Postpreuße Dr. Wolfram Weimer, noch Cicero-, bald Focus-Chef, hat in seinen Kinderbüchlein geblättert. Wer kam da herausgaloppiert? Ein Held in gar funkelndem Eisenkleide!
"Die Härte mit der die Ritter-Inkarnation der deutschen Politik plötzlich zupackt, verblüfft das Publikum. Der Parzival des politischen Betriebs bekommt schlagartig eine stählerne Rüstung."
Fürwahr, vom stets gut gegelten Guttenberg ist die Rede. Weimer ist so hin und weg von der "Tatkraft des bislang vor allem Wortmächtigen", dass er letzte Woche eine Laudatio auf den von unserer Lieblingsfirma Helios zum "Politiker des Jahres" ausgerufen Herrn CSU-Minister hielt, im Tipi am Kanzleramt. Ausschnitte: "Erststimmenkönig", "Gralshüter der Sozialen Marktwirtschaft", "bestangezogener Mann", "vom Polit-Zero zum Polit-Hero". Gutti soll ganz vorne gelacht haben. Das Bordell tanzt dem nächsten Tiefpunkt entgegen. Bald wird es den Erdmittelpunkt erreicht haben. Dr. W. gleitet derweil auf selbstproduziertem Schleim gen München. Reibungsarm. Energiesparend. Raffiniert.
27.11.09
Dr. Hajo Schumacher erinnert allmählich an Otto Graf Lambsdorff, der zu Zeiten der Flick-Affäre, auf dem Tiefpunkt seiner Karriere, über "journalistische Todesschwadronen" klagte. Dr. Sch. wirft mir jetzt "recherchefreien Totschläger-Feuilletonismus" vor. Der Hintergrund: Im Januar hatte ich in der Süddeutschen Zeitung über den etwas anrüchigen Journalistenpreis "Goldener Prometheus" berichtet. Der Preis wurde jetzt eingestellt. Meine Wenigkeit wird dafür verantwortlich gemacht. Damit kann ich gut leben. Schade nur, dass im Zorn nun auch ein bisschen gelogen wird: Ich hätte, schimpft Schumacher, "es nicht für nötig gehalten, mit uns zu reden". Dabei hatte ich Helios-Chef Hetzel gleich zweimal interviewt. Beim dritten Anlauf mochte er dann nicht mehr...
Stefan Niggemeier hat – wie üblich mit mit Haltung, Fleiß und Leidenschaft – den Tathergang zusammengefasst.
18.11.09
Köhler & der Nazi: Bundespräsident Köhler hat am 8. Oktober eine Rede zum Jubiläum der Bundespressekonferenz gehalten. "In einem Land, in dem das Verhältnis zwischen Politik und Presse immer gut ist, möchte ich nicht leben", sagte er. Und anderes Gutes & Richtiges. Was erschrickt: Sein Kronzeuge für manche schön kritische Bermerkung über die Journalisten ist ausgerechnet Hans Georg von Studnitz, ein früher und treuer Nazi, NSDAP-Mitglied seit 1933. Im 2. Weltkrieg formulierte er die tägliche "Sprachregelung" des AA, in den frühen, düsteren Stunden der "Zeit" wetterte Studnitz gegen die Nürnberger "Siegerjustiz". Marion Dönhoff biss sich an ihm und seinen Kumpanen fast die Zähne aus. So erfrischend es ist, dass Horst Köhler Hauptstadtjournalisten zu Haltung, Ernsthaftigkeit und Leidenschaft anhält, so bedrückend ist die Wahl eines Stichwortgebers, der mit seinen Tiraden auf die "falschen Leute" anno 1950 vermutlich auf jene Journalisten zielte, die genau die richtigen waren. Fragt sich: Wer hat diese Rede verzapft?
13.11.09
WOW! ICH bin Margot Honecker
10.11.09
Müde im ICE von Mainz gen Norden. Ein langer Tag Mediendisput im ZDF. Übermächtig das Gefühl, gegen Windmühlen angeritten zu sein. Zuviel Kaffee getrunken zu haben. Alles beredet und nichts geändert zu haben.
30.10.09
Nun ist er von uns gegangen, der Goldene Prometheus, mit dem die rührige Firma Helios vier Jahre lang viele Journalisten geschmückt hat. Es war einer jener "Events", zu dem die einen kamen, weil die anderen schon da waren. Doch auch Bussibussi auf rotem Teppich kostet Geld. Und die Halbwertzeiten der Berliner Republik sind kurz. Was noch zu sagen war, hatte der Autor bereits anlässlich des letzten Verleihungsereignisses kundgetan.
PS: Wer Dada liebt, sollte auch hier mal staunen.
28.10.09
Heute nimmt sich der Autor Birk Meinhardt in der "Süddeutschen" des Phänomens Broder an. Ein Text, der als Lehrstoff in die Journalistenschulen gehört: So schön geschrieben und zunächst auch raffiniert in der Annäherung. Es ist ja eine clevere Idee, sich einem Caterpillar als Kuchengabel zu nähern. Psychologisch sehr ergiebig. Doch dann verheddert sich der Autor in seiner Ambivalenz, bleibt erschöpft auf Broders Spielfeld zurück. Prophylaktisch erklärt er ihn zum Sieger aller Kämpfe, reflektiert mit keinem Satz, wofür der Mann und seine "Achse des Guten" inhaltlich stehen. Welcher Grad von Intoleranz hier erreicht ist, wie scheppernd hier alle verhöhnt werden, die nach "politisch korrekt" und "Gutmensch" duften. Und alles verdrängt wird, was nicht ins schon rechtsrepublikanisch anmutende Weltbild passt – bis zum Klimawandel. Polemik ist herrlich und heilsam – wenn sie zu mehr taugt als der Selbsterhöhung des Polemikers. Wer noch einmal studiert, was Broder&Friends etwa im vergangenen Jahr mit der China-Abteilung der Deutschen Welle veranstaltet haben, erkennt: Hier geht es nur mehr um den pyrotechnischen Effekt. Davor muss man eigentlich keine Angst haben. Man muss es nur beschreiben.
13.10.09
Liebes armes Abendland, wenn Dich der hochfahrende Zyniker Thilo Sarrazin verteidigt, beklatscht von Henryk M. Broder, Ralph Giordano, Michael Wolffsohn, Hans-Olaf Henkel, der NPD und, so behaupten Emnid & BamS, 51 Prozent der Deutschen, sehe ich ein bisschen schwarz für Dich. Frage: Ist dies der schon übliche neurechte Erregungsdampf, das gängige Gegeifer gegen "Gutmenschen" und "political correctness"? Oder mehr? Bedrückend: Die Flut xenophober Zuschriften, nicht nur in der notorisch integrationsunwilligen Springerpresse. Hier mein aktueller Liebling, "Pat" auf "Welt online", unkorrigiert: "Wer sich als Ausländer hier nicht integrieren will, der soll doch wieder gehenzurück ...Ich finde es spitze das Herr Sarrazin so viel mut hatte dieses Thema aufzugreifen." Helm ab! Hier spricht unsere konservative Elite.
28.09.09
9
988843 - dies ist keine Telefonnummer, liebe Genossinnen und Genossen, dies ist die Zahl der Zweitstimmen, die Ihr dieses Mal noch erringen konntet. Man könnte nun sagen: Eine Partei, die sich von Springer, Güllner & Co den Chefsekretär des gescheiterten Ex-Kanzlers als Führer aufschwatzen lässt, habe es kaum besser verdient. Uns allen aber, die wir Westerwelle nicht wollen, schwindet allmählich der Humor. Könntet Ihr jetzt bitte wieder eine Partei werden, Eure Identität zurückerobern und einen Neustart schaffen?
07.09.09
Zuviel gearbeitet, zu wenig gelebt. Zuviel am Schreibtisch gehockt, zu wenig gesehen. Aber immerhin bei der Sommerakademie der Ebert-Stiftung eine Rede gehalten. Und dafür fett entlohnt worden: Mit einem Portrait, das ich errötend las.
30.07.09
Dieses Bild fand ich auf einer "Flickr"-Seite der Saar-Sp
d (jaa, wir sind so modern). Das Foto selbst bedarf keines Kommentars:
Aber in diesem Kontext sei die Frage erlaubt: Ist irgendjemand tatsächlich der Ansicht, mit flickr, Twitter und Youtube lasse sich in D irgendein politischer Funke schlagen?
10.07.09
D
ank der FR weiß ich endlich, wer jene faszinierend-furchtbaren Bilder gemalt hat, die ich vor Jahren im S-21-Gefängnis in Phnom Penh sah: Der Maler Vann Nath, heute 63, 1978 selbst Insasse dort. Die Roten Khmer hatten die hübsche
Schule - mit Bäumen und zwitschernden Vögeln - in ein Folterzentrum verwandelt. Vann Naths naiv wirkende Malerei macht das Grauen, das die etwa 13000 Gefangene
n in S-21 erlebten, auf perfide Weise bedrückend anschaulich. Nun endlich beginnt der Prozess gegen Gefängnischef Kaing Gueg Eav alias "Duch". Der ist inzwischen ein Christ und zeigt bedingte Reue. Maler Vann Nath tritt als Zeuge vor Gericht auf.
11.06.09
Augen- und Ohrenzeugen berichten aus dem SPD-Parteivorstand, führende Genossen seien ernstlich überrascht gewesen über das neuerliche Europa-Debakel. Welch eine autosuggestive Spitzenleistung. 62,2 Millionen Menschen waren wahlberechtigt – 5,47 Millionen konnten sich noch aufraffen, bei der SPD das Kreuz zu schlagen. (1999 waren es noch 8,3 Millionen, 1994 11,38 Millionen.) Die Sozialdemokraten – Gefangene ihrer
Visionslosigkeit, ihrer Unfähigkeit, überhaupt noch irgendeine Botschaft zu formulieren. "Sie haben sich selbst deartikuliert", sagt der kluge Franz Walter. "Eine eigene sozialdemokratische Sprache und Vorstellung existiert nicht mehr."
Zudem haben sie sich von den Anti-Visionären und allerlei externen Lautsprechern, die der Partei nur Schlechtes wünschen, Gerds Ex-Büroleiter als Kanzlerkandidaten aufschwatzen lassen. Schröder hat die Partei enteiert. Doch wusste er zu kämpfen. Er hatte keinen politischen Plan, konnte aber jede Politik nach Gusto kraftvoll vertreten. Mit seinem Konkursverwalter springen die Genossen nun in den Abgrund. Unberirrt. Geschlossen. Johannes Kahrs, der unsägliche Seeheimer, ruft: "Kurskorrekturen sind nicht nötig." Frank-Walter Steinmeier höchstselbst erklärt nun: „Wir halten fest an unserer politischen Linie.“ Aaah, eine Linie.
03.06.09
Ach Europa! Ich könnte wohl schwach werden. Seit Tagen fahre ich an den Plakaten meines CDU-Europa-Kandidaten vorbei. Sein Lächeln ist perfekt. Als ich die JUler meiner Schule schon fast vergessen hatte, ging er noch in den evangelischen Kindergarten „Unter dem Regenbogen“. Er war "Helfer im Konfirmandenunterricht", hat Bankkaufmann bei der Deutschen Bank gelernt, seinen Wehrdienst beim Panzeraufklärung
sbatallion geleistet, dann Jura studiert, als Stipendiat der Adenauer-Stiftung, und kurz vor Weihnachten 2007 sein 2. juristisches Staatsexamen bestanden. Yeah. Er war sogar schon mal im "Kompetenzteam" von Dr. Ursula von der Leyen. Der Mann hat begriffen, was Networking bedeutet: Überall dabei sein – bei der Jungen Union, der CDU (seit 1992), dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU/CSU, der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU und CSU, dem RCDS, dem TSV Winsen (Luhe), dem Schützenkorps Winsen (Luhe) von 1848 e.V., dem Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg e.V., dem Förderkreis Kunststätte Bossard e.V., dem Heimat- und Museumverein Winsen (Luhe) und Umgebung e.V., dem Förderverein Gartenschau Winsen e.V., der Historischen Gesellschaft der Deutschen Bank e.V., dem Verein Naturschutzpark e.V., dem Rotaract Club Winsen (Luhe), dem Lions Club Winsen/Luhe, dem Freundes- und Fördererkreis der JU Niedersachsen, dem Freundes- und Fördererkreis der SU Niedersachsen, der Freiwilligen Feuerwehr Roydorf , der UNICEF Deutschland . Was tut er in seiner äußerst knapp bemessenen Freizeit? "Ich tanze mit meiner Frau Ina, arbeite gern im Garten oder gehe mit unserem Hund spazieren." Und jetzt will er nach EUROPA? Was will ich mehr?
14.05.09
Wozu klagen? Anderswo riskieren Journalisten Freiheit und Leben. Laut Freedom House genießen nur 17 Prozent der Weltbevölkerung echte Pressefreiheit. Nicht nur Regierungen sind oft presefeindlich , gibt Reporter ohne Grenzen zu Bedenken, auch paramilitärische und terroristische Gruppen, Rebellen und kriminelle Netzwerke. Die miese Bilanz für 2009 bislang: Getötet wurden 19 Journalisten, inhaftiert 143, dazu 9 Medien-Assistenten und 66 Online-Dissidenten.
In Deutschland besteht für uns keine erhöhte Lebensgefahr. Doch auch hier geht's mit dem Metier steil bergab, liebe Hörerinnen und Leser. Die Existenz der Journalisten ist beroht. "Feste" werden en gros entlassen, "Freie" immer miserabler bezahlt. Das Gros der Verlage belohnt Husch und Pfusch, bestraft Recherche. The winner is: Wer billig&schnell viel Platz füllt. Oder gleich PR macht. Letzte Woche wieder triste Nachrichten: Ein Magazin, für das ich seit 20 Jahren schreibe und das seit zehn Jahre die Honorare nicht erhöht hat, teilt mir mit, ab sofort gäbe es 33 Prozent weniger. Was tun? Hinschmeissen? Einen anständigen Beruf erlernen? Den Hut rumgehen lassen?
26.04.09
Fast vergessen: Neulich, am 17.4., haben wir den 30. der taz gefeiert. All those memories... Es war wie immer bei der taz: Herrlich und grauenhaft zugleich. Erratische Podiumsdiskussionen, ziemlich coole Musik (am besten fand ich Heidi&Peter) gute alte Freunde, miese alte Feinde (naja, eigentlich kaum noch). Immerhin darf man als Veteran hierund da Dämliches zur Geschichtsschreibung äußern. An der Jubiläums-Bar wurde mir klar: Manche (icke einjeschlossen) haben zur taz ein Verhältnis, wie es andere zu ihrer Mutter haben: Sie möchten zugleich sofort zu ihr zurück und nie
wieder von ihr hören. Wenn das man nicht pathologisch ist....
Die Stadt war übrigens vollgekleistert mit Plakaten für die "Freiheit". Tatsächlich ging es nur um Religion. Ist zum Glück auch nix draus geworden.
24.04.09
Vom Pop- zum Postjournalismus: Das SZ Magazin präsentiert uns an diesem Freitag Bild-Chef Kai "Wetgel" Diekmann in vielen, lustigen Posen auf einer Doppelseite. Zum Knuddeln, mit Teddy-Bär! Entlarvungsfaktor: 0. Selbstentlarvungsfaktor: 100. Ex-Chefredakteur Ulf "Porsche" Poschardt ist schon viele Jahre fort, kämpft nun in Berlin als Vize der "Welt am Sonntag" schräg rechts hinter Westerwelle. Doch manchmal fliegt in München immer noch die Sicherung raus. Die Springer-PR hätte es nicht besser gemacht. Dafür gibt es gewiss keinen Herbert-Riehl-Heyse-Preis, höchstens die Tom-Kummer-Gedächtnismedaille.
15.04.09
Schade, dass nur einer der fünf ziemlich weise ist. Im allgemeinen Wirrsinn hat Peter Bofinger jetzt einen besonders klarsichtigen Artikel geschrieben: Für eine neue Balance von Staat und Markt. Der Text ist deutlich packender als sein Titel, zeigt er doch auf, wohin dieses Land geraten ist und was geschehen wird, wenn die Markt-Taliban weiterhin die Entstaatlichung unseres Daseins betreiben werden.
01.04.09
Jahrzehnte schien es unmöglich, doch nun geschieht es tatsächlich: Führer der Roten Khmer stehen in Kambodscha vor Gericht. Wer einmal im Folterzentrum Tuol Sleng, einer ehemaligen Schule, gestanden hat, ahnt, wie ungeheuerlich diese Ära gewesen sein muss. Welch furchtbares Leid Pol Pot und seine eifrigen Ballonmützen über die Menschen brachte. Das Bild zeigt eines Wandgemälde, das dort in den 90er Jahren zur Illustration der angewendeten Foltermethoden hing.
20.3.09
Unser aller journalistischer Leitstern Gabor S. glitschte dieses Woche bei Maybrit I. vorbei – wg. Promotion für sein neues Buch. Dort steht geschrieben, dass er nunmehr das Wählen verweigert, weil die Politiker doof sind. Packend, mutig, augenöffnend. Hierzu möchte ich die punktgenaue Zusammenfassung eines in diesen Spalten seltenen Gastes zitieren, des Event-Experten Hajo Sch.:
"S
teingart ist einer der talentiertesten Prognostiker des Landes: 2002 sagte er Stoiber als Kanzler voraus, 2003 Thomas Middelhoff als Deutschlands Manager-Leuchte, 2004 das Ende des Wohlstandortes Deutschland, 2005 den nächsten Weltkrieg, 2006 den nächsten SPIEGEL-Chef und 2008 Hillary als eindeutige Siegerin über diesen Dingsbums."
11.3.09
456 Gramm Steinmeier: "Mein Deutschland". Wer als Kanzleraspirant in den Wahlkampf zieht, muss unbedingt ein Buch machen. Vor allem, wenn eine Mehrheit immer noch glaubt, dass der Kandidat immer noch der Büroleiter von Herrn Schröder ist. Ergebnis: Ein typisches Politikerbuch, fünffach abgesichert, hölzern im Stil. Leseprobe:
"Die erste PISA-Studie konfrontierte uns vor acht Jahren mit der Nachricht, dass unser Bildungssystem stark selektiv wirkt."
Sapperlot. Zudem erfahren wir, dass Deutschland zum "Logistikdrehkreuz Europas" werden soll. Die Bilder zeigen uns: Steinmeier trifft die Großen dieser Welt: Obama, Münte und den unvermeidlichen H. Schmidt. Er war mal Kind und küsst gern Kinder, liebt Fussball und sieht auch in schussicherer Weste oder im Blaumann echt prima aus.
03.03.09
Leider ist es heutzutage völlig unmöglich zu übertreiben. Neulich noch fragte ich rhetorisch in die Runde, warum sich all die sparwütigen Verlage ihre Texte eigentlich nicht in Asien knüpfen lassen. Nur um prompt zu erfahren, dass sich eine Website aus Pasadena ihre Texte bereits in Indien schreiben lässt...
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